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Verkehrssicherungsmaßnahmen am Groitzscher Fußweg

Die Robinie (Robiniapseudoacacia) zählt mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 80 bis 130 Jahren zu den kurzlebigen Baumarten. Robinien neigen schon in frühen Jahren zu Stammfäulen und besitzen ein schlechtes Abschottungsverhalten (Wundverheilung). Altersbedingt und arttypisch zeigte sich bei den kontrollierten Bäumen eine verstärkte Totholzbildung im Starkastbereich. Zudem führten die Schnittmaßnahmen vergangener Jahre zu weiteren Schadsymptomen. Die Bäume wurden über einen längeren Zeitraum in kurzen Intervallen eingehend untersucht und kontrolliert.

Durch den geschwächten Zustand und das bekannte schlechte Abschottungsverhalten kam es zu einem Pilzbefall durch Wundparasiten wie den Schwefelporling(Laetiporussulphureus)und Eichenwirrling (Daedaleaquercina). Der Pilzbefall verursacht eine intensive Braunfäule und hier auch eine simultane Weißfäule, welche die Holzbestandteile (Lignin, Cellulose und Hemicellulose) rasant abbaut und dadurch die Druck- und Biegefestigkeit stark beeinträchtigt hat. Zur Beurteilung des Fäulniszustandes wurden bei einem Teil der Bäume zusätzlich eingehende Untersuchungen mittels Bohrwiderstandsmessung vorgenommen. Die gemessenen Restwandstärken (das intakte Holz) der Bäume lagen teilweise unter 10 cm.

Während der Baumkontrollen stellten sich darüber hinaus fortgeschrittene Fäulnisprozesse im Bereich des Wurzelstocks sowie Absterbeerscheinungen in der Baumkrone als kritische Schadsymptome heraus, wodurch die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben war. Die durchgängigen Torsionsrisse am Stamm und an Teilen der Kronenansätze wurden bei stärkeren Windverhältnissen beobachtet und ein Auseinanderklaffen festgestellt. Die Stand- und Bruchsicherheit konnte nicht mehr gewährleistet werden. Aufgrund der Kontroll- und Untersuchungsergebnisse war die Fällung der Bäume schlussendlich notwendig.

Um dennoch einen wirksamen Beitrag zum Artenschutz zu leisten, wurden Stammteile in unmittelbarer Nähe zum ursprünglichen Standort als Habitatpyramide aufgeschichtet. Diese dient künftig als wertvoller Unterschlupf und Lebensraum für zahlreiche Tierarten.

Baummanagement Stadt Pegau

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