Mit seine Höhe von 38m ist der Pegauer Rathausturm schon von weitem zu sehen. Zusammen mit den Türmen der St. Laurentiuskirche dominiert er das Stadtbild gemeinsam mit dem noch höheren Wasserturm von 1906. Zum Museumseingang
führt eine Wendeltreppe
im Turminneren empor (61 Stufen). Nach weiteren 73 Stufen ist der äußere, mit einem Eisengeländer bewehrte Rundgang in 30 m Höhe über den Marktniveau erreicht.
Die Türmerstube
Auf der Höhe des Turmrundganges befindet sich die Türmerstube. Hier lebte und verrichtete der Stadttürmer früher seinen Wachdienst. Diese ehemalige Wohnstube des Türmers wurde ab 1993 zeitweise zur Kaffestube für die Turmbesucher eingerichtet. Neben der Türmerstube, in einem winzigen Verschlag, befindet sich die Küche. Der Türmer schlief mit seiner Familie natürlich auch auf dem Turm. Sein Schlafzimmer lag im Turm direkt unter der Türmerstube neben dem Treppenaufgang.
Der Rundgang
Auf dem Rundgang eröffnet sich ein herrlicher Blick über die Stadt und den südlichen Teil der Leipziger Tieflandsbucht:
Im Norden erkennt man bei klarer Luft das Völkerschlachtdenkmal. Der Blick nach Osten reicht zum Kraftwerk Lippendorf und zu dem einen Taubenhaus gleichenden Groitzscher Wasserturm. Im Süden ist die landschaftlich recht abwechslungsreiche Elsteraue einzusehen. In Richtung West, im etwas ansteigenden Gelände, kann man den Tagebau Profen Nord und die Stöntzscher Kippe mit den neuen "Windrädern" erblicken.
Wegweiser zum Rundblick
Quelle: Höhepunkte mit Ausblick
Herausgeber: Dachverein Mitteldeutsche Straße der Braunkohle e.V. und PRO Leipzig e.V.
Der Rundblick vom Rathausturm
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Die Turmgeschichte
Der Bau erfolgte zusammen mit dem Rathausgebäude 1559-61. Über dem Hauptportal des Turmes ist das kursächsische Wappen platziert. Hinter der Turmtür mit den Sitznischen windet sich eine hölzerne Wendeltreppe nach oben. Der untere Teil der Treppe wurde beim Umbau des Rathauses 1900 erneuert. Die darüber liegenden, ausgetretenen Stufen der Wendeltreppe aus dem Jahre 1665 führten mit einer eichenen Spindel als Handlauf bis zur Höhe des 2. Geschosses. Damals wurde durch schwedische Belagerung die Stadt schwer beschädigt und der Rathausturm stürzte ein. Erst 1662 konnte durch Hilfe des Zeitzer Herzogs Moritz von Sachsen-Zeitz der bis dahin ungedeckt und ruinös dastehende Rathausbau neu gedeckt werden. 1665 wurde der Turm mit welscher Haube und neuer Treppe wieder aufgebaut. Doch schon 1670 wurde das Rathaus bei einem Brand in Mitleidenschaft gezogen.
1673 wurde die Turmhaube mit Knopf aufgesetzt und mit Schiefer gedeckt. Die Turmuhr musste erneuert werden. Sie hatte jetzt nur noch 2 Zifferblätter, je eines für die Ober- und die Unterstadt. Diese Uhr schlägt die vollen Stunden doppelt(je einmal für die Oberstadt und die Unterstadt). 1815 wurde die Uhr generalüberholt und tat ihren Dienst bis 1923!
1738 war eine Neueindeckung der Turmhaube erforderlich. 1799 musste das „Geländergange“ repariert werden. Eine 1832 dazu gekommene Wetterfahne konnte wie ihr Ersatz nicht den Stürmen trotzen: 1884 und 1989 erlitten ihre Nachfolger das gleiche Schicksal. 1889 erfolgte ein Neuverputz des Rathauses einschließlich des Turmes. Aus Anlass des Wettin-Jubiläums wurden die Portale neu gestaltet.
1991/92 erfolgte eine gründliche Restaurierung des Turmes. Bei dieser Gelegenheit erhielt der stolze Turm eine neue Bekrönung, einen vergoldeten Knauf und eine neue Wetterfahne. 1993 wurde der Turm Aussichtsturm.
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